38 Millionen Dollar für EA-Chef – während Battlefield-6-Entwickler ihren Job verloren
Es ist die Art von Nachricht, die einem als Gaming-Fan sauer aufstößt: Battlefield 6 hat sich 2025 zum meistverkauften Premium-Spiel in den USA gemausert und sogar Call of Duty: Black Ops 7 hinter sich gelassen. Innerhalb von nur drei Tagen gingen sieben Millionen Kopien über die virtuelle Ladentheke, insgesamt sollen es Schätzungen zufolge über 20 Millionen Verkäufe geworden sein. Ein Comeback nach dem Fiasko von Battlefield 2042, wie es sich EA kaum hätte erträumen können.
Doch statt Bonuszahlungen oder zumindest Jobsicherheit für die Teams hinter diesem Erfolg gab es im März 2026 die kalte Dusche: EA strich Stellen bei allen vier an Battlefield beteiligten Studios – DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive. Offiziell sprach der Konzern von einer "Realignment", einer Neuausrichtung, um die Teams besser auf die Bedürfnisse der Community abzustimmen. <cite index="2-3,2-4">Die Kündigungen trafen die Studios, die für die Entwicklung von Battlefield 6 verantwortlich waren, nur wenige Monate nachdem das Spiel zum meistverkauften Titel in den USA für 2025 geworden war, während EA die Streichungen als Versuch darstellte, die Teams besser auf die Bedürfnisse der Community auszurichten.</cite> Wie viele Menschen genau ihren Job verloren, hat EA bis heute nicht öffentlich gemacht. Kurz darauf, im März, folgte dann die nächste Enthüllung – diesmal aus dem aktuellen Geschäftsbericht des Konzerns: <cite index="2-9">EA-CEO Andrew Wilson erhielt für das Geschäftsjahr 2026 eine Gesamtvergütung von 38.649.984 US-Dollar</cite>, ausgerechnet in jenem Jahr, in dem der Konzern die Teams hinter dem Verkaufsschlager verkleinerte. Aufgeschlüsselt setzt sich das Gehalt aus <cite index="2-10">einem Grundgehalt von 1,3 Millionen Dollar, 28,48 Millionen Dollar in Aktienpaketen, einem Cash-Bonus von 6,5 Millionen Dollar sowie 2,37 Millionen Dollar an sonstigen Vergütungen zusammen, zu denen unter anderem Personenschutz und die Nutzung eines Privatjets zählen</cite>. Auch Finanzchef Stuart Canfield und Präsidentin Laura Miele gingen mit Millionensummen nicht leer aus.
Die Fachpresse reagiert mit deutlicher Kritik auf diese Diskrepanz. PC Gamer bringt es sarkastisch auf den Punkt, dass EA ausgerechnet jene belohnt habe, die den Erfolg gar nicht selbst erarbeitet hätten, während man gleichzeitig einem kompletten Team die Arbeit an einem neuen, storyfokussierten Serienteil gekündigt habe. Besonders brisant: <cite index="2-7">Laut EAs eigenen Unterlagen lag die mediane Gesamtvergütung eines Angestellten im Geschäftsjahr 2026 bei 126.612 Dollar – Wilsons Bezüge entsprechen also etwa dem 305-Fachen eines durchschnittlichen Mitarbeitergehalts.</cite> Auch andere Portale wie IBTimes UK ordnen die Entlassungen als Teil eines größeren Trends ein: <cite index="1-13,1-14">EAs Stellenstreichungen reihen sich in eine breitere Welle von Kürzungen in der Gamesbranche ein, zu der auch Microsofts Xbox-Sparte zählt, die im Zuge sich wandelnder Marktbedingungen ebenfalls zahlreiche Stellen abgebaut hat.</cite> In der Community sorgt das für Frust und Verunsicherung – viele Fans und Entwickler:innen sehen darin ein Symptom dafür, dass selbst kommerzieller Erfolg heute keine Jobsicherheit mehr garantiert, sobald ein Unternehmen auf Marge und Restrukturierung schielt. Screen Rant bezeichnet den Fall gar als Paradebeispiel dafür, dass aktuelle Triple-A-Live-Service-Entwicklungspraktiken schlicht nicht nachhaltig seien.
Aus unserer Sicht ist dieser Fall ein Lehrstück dafür, wie schief die Prioritäten in Teilen der AAA-Branche liegen: Ein Team liefert den größten Battlefield-Erfolg seit Jahren ab und wird dafür mit Kündigungen belohnt, während ganz oben die Bonuszahlungen munter weiter steigen. Wer als Fan Millionen Euro in Season Pässe und Editionen investiert, sollte wissen, dass davon offenbar nicht in erster Linie die Menschen profitieren, die das Spiel tatsächlich gebaut haben. Bis sich an solchen Auswüchsen etwas ändert, bleibt der Beigeschmack bei jedem neuen Blockbuster-Launch bitter.
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