Capcom will Resident Evil zur Jahresserie machen – Remakes sind der Schlüssel
Resident Evil soll künftig so verlässlich erscheinen wie ein jährliches Fußball-Update: Capcom-Produzent Masachika Kawata hat in einem Interview mit Game Informer offengelegt, wie das Unternehmen seine Horror-Reihe am Laufen halten will. <cite index="2-4">Laut dem japanischen Publisher will das Unternehmen durch eine Kombination aus Remakes und neuen Hauptteilen jedes Jahr ein neues Resident-Evil-Spiel veröffentlichen.</cite> Der Clou dabei: Komplett neue Teile jedes Jahr aus dem Boden zu stampfen, wäre schlicht zu aufwendig. <cite index="12-2">Deshalb erklärt Kawata, dass die Produktion eines neuen Hauptteils jedes Jahr eine echte Herausforderung wäre – Remakes helfen dabei, dieses Ziel trotzdem zu erreichen.</cite> Alte Klassiker neu aufzulegen sei dabei keineswegs nur Lückenfüller-Material: <cite index="8-8,8-9">Remakes seien nicht weniger wichtig als die Hauptspiele – tatsächlich seien sie genauso bedeutsam wie die nummerierten Titel.</cite>
Dass diese Rechnung aufgeht, zeigt vor allem ein Blick auf die Kassen: <cite index="4-1">Das Resident-Evil-4-Remake avancierte mit geschätzten 16,8 Millionen verkauften Exemplaren zum meistverkauften Remake dieser Konsolengeneration.</cite> Die Einnahmen daraus fließen laut Kawata direkt zurück in neue Projekte. <cite index="11-12">So halfen die Remake-Erlöse dabei, sowohl neue Hauptteile wie Requiem 2026 als auch komplett neue Marken wie das gefeierte Pragmata zu finanzieren.</cite> Als nächstes Remake steht bereits Resident Evil Veronica in den Startlöchern: <cite index="2-1">Die Neuauflage des Dreamcast-Klassikers Code: Veronica soll 2027 erscheinen.</cite> Spin-offs wie Revelations oder Outbreak müssen dafür allerdings hintenanstehen, wie Kawata einräumte – <cite index="2-12">Capcoms Entwickler:innen hätten schlicht keine Zeit für Nebenprojekte, weil sie sich derzeit voll auf neue Hauptteile und Remakes konzentrieren.</cite>
Ganz so makellos, wie es klingt, ist die Jahres-Strategie in der Praxis aber noch nicht: <cite index="13-8">Zwischen 2019 und 2023 erschien tatsächlich jedes Jahr ein Resident-Evil-Titel, doch danach folgten zwei Jahre komplett ohne neues Spiel.</cite> Die Fachpresse zeigt sich entsprechend zwiegespalten. GamesRadar weist darauf hin, dass der Vorrat an remake-tauglichen alten Titeln endlich ist – <cite index="8-2,8-3">der Fundus klassischer Resident-Evil-Spiele werde irgendwann versiegen, weshalb Capcom perspektivisch mehrere komplett neue Teile parallel entwickeln müsste, um das aktuelle Tempo zu halten.</cite> PC Gamer merkt zudem an, <cite index="6-4">dass nach dem diesjährigen Code-Veronica-Remake die Luft für weitere Neuauflagen langsam dünn wird.</cite> In der Community sorgt die Ankündigung ebenfalls für Diskussionen: Während viele Fans die konstante Versorgung mit neuem Horror-Content feiern, warnen andere Stimmen, <cite index="7-10,7-11">die Strategie wirke kurzsichtig und könne nach hinten losgehen, da manche Spieler:innen das Gefühl hätten, es erscheine bereits zu oft ein neues Resident Evil.</cite> Manche fordern stattdessen mehr Mut zu eigenständigen Projekten wie Pragmata, statt die Marke durch reine Masse zu verwässern.
Wir finden die Strategie clever, solange Capcom die Balance hält: Remakes wie RE4 waren handwerklich Spitzenklasse und keine reinen Cash-Grabs, sondern echte Neuinterpretationen. Riskant wird es erst, wenn der Nachschub an würdigen Klassikern ausgeht und Capcom aus reinem Terminplan-Zwang schwächere Teile wie RE5 oder RE6 aufpoliert, nur um den Jahresrhythmus zu halten. Qualität vor Kalender sollte hier die Devise bleiben – sonst droht tatsächlich die Übersättigung, vor der Teile der Community bereits warnen.
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