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Industrie

Stellar Blade: Blood Rain - Shift-Up-Chef verteidigt umstrittenes KI-Musikvideo gegen Fan-Shitstorm

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62%
03. August 2026 · IGN Articles ·

Wer auf frisches Gameplay zu Stellar Blade: Blood Rain gehofft hatte, wurde stattdessen mit einem K-Pop-Video überrascht: Neue Protagonistin Evie tanzt und singt darin durch eine neonbeleuchtete Großstadt, die dem im Sommer gezeigten Reveal-Trailer entspricht. Das Problem: Sowohl Visuals als auch der Song wurden größtenteils von generativer KI erzeugt, wie ein entsprechender Hinweis am Ende des Clips sowie YouTubes automatische Kennzeichnung bestätigen.

Die Reaktion der Community fiel deutlich aus. Der meistgelikte Kommentar unter dem Original-Upload fragte schlicht, ob das Studio es wirklich ernst meine, und sammelte binnen kürzester Zeit tausende Zustimmungen. Andere Fans warfen Shift Up vor, mit KI-Slop die eigenen, eigentlich hochgelobten Artists und Programmierer zu untergraben - schließlich ist das Studio gerade für seine aufwendigen Charakterdesigns bekannt. Vereinzelt gab es aber auch amüsierte Reaktionen, manche fanden den Clip einfach nur skurril-witzig statt empörend.

Shift-Up-CEO und Stellar-Blade-Regisseur Kim Hyung-tae reagierte persönlich auf X und stellte klar, dass Evie als Figur nicht von der KI erschaffen wurde: Er habe die Charakterin über ein ganzes Jahr hinweg von Hand entwickeln lassen, die KI habe lediglich ihre Bewegungen im Video gerendert. Man solle das Ergebnis bitte mit diesem Hintergrundwissen betrachten, so seine Bitte an die aufgebrachte Fanbase. Mehrere Fachmedien halten diese Erklärung allerdings für ziemlich am Kern der Kritik vorbeigezielt: Push Square etwa bemerkt, der CEO scheine schlicht nicht zu verstehen, worüber sich die Leute eigentlich aufregen. PC Gamer geht sogar noch härter ins Gericht mit dem Video und bezeichnet Song sowie Optik als seelenlos, während GameSpot und GamesRadar+ ähnlich vernichtend urteilen und explizit von KI-Slop sprechen. Hintergrund der Debatte sind zudem ältere Aussagen von Kim, der KI als essenzielles Werkzeug im globalen Wettbewerb mit großen Studios aus Ländern wie China bezeichnet und behauptet hatte, eine einzelne Person könne dank KI die Arbeit von hundert Menschen erledigen - Aussagen, die angesichts des Videos nun wieder verstärkt zitiert werden.

Der Vorfall reiht sich ein in eine ganze Serie von Kontroversen rund um das Stellar-Blade-Franchise, von versehentlichen rassistischen Ausdrücken im ersten Teil bis zur Debatte um die Sexualisierung der Hauptfigur Eve. Auch Evie selbst steht bereits im Kreuzfeuer: Kritiker bemängeln ihr kindlicheres Erscheinungsbild, während Shift Up gleichzeitig ankündigt hatte, es werde noch angesagtere Outfits geben. Ein offizieller Release-Termin für Stellar Blade: Blood Rain steht bislang übrigens nicht fest, das Spiel ist weiterhin für PlayStation 5 in Entwicklung.

🗣️ Einschätzung der Redaktion

Aus unserer Sicht ist das ein ziemlich unnötiger Image-Schaden für ein Studio, das eigentlich für seine handwerkliche Detailliebe bekannt ist. Wenn ein Team einen preisgekrönten Komponisten für Nikke im Haus hat und trotzdem auf KI-Musik setzt, wirkt die Verteidigung mit dem harten Jahr Design-Arbeit an Evie eher wie eine Nebelkerze als eine echte Antwort auf die Kritik. Für uns zeigt der Shitstorm vor allem, wie wenig Vertrauen viele Fans generativer KI in der Spielebranche aktuell entgegenbringen - selbst wenn ein Studio wie Shift Up eigentlich alles hätte, um es besser zu machen.

Zur Originalquelle (IGN Articles) →

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