Schluss mit Holzhacken: Palworld zeigt, wie Survival-Games besser sein können
Wer schon mal ein Survival-Crafting-Spiel gespielt hat, kennt das Ritual: Man spawnt irgendwo in der Pampa, greift zur Axt und beginnt, gefühlt jeden Baum im Umkreis von einem Kilometer zu fällen. Stein hacken, Fasern sammeln, Erz abbauen - die immergleiche Materialbeschaffung wird uns seit Jahren als essenzieller Teil des Überlebens-Fantasy verkauft. Nur: Macht das eigentlich noch irgendwem Spaß, oder haben wir uns einfach daran gewöhnt, weil es schon immer so war?
Palworld stellt genau diese Frage - und liefert gleich die Antwort mit. Statt selbst stundenlang Ressourcen zu grinden, schickt man einfach die eigenen Pals los. Die pummeligen Kreaturen holzen, schürfen und sammeln, während man sich um spannendere Dinge kümmern kann: Basen ausbauen, erkunden, kämpfen oder einfach zusehen, wie die eigene kleine Fabrik aus niedlichen Monstern reibungslos läuft. Das Grinding wird nicht abgeschafft, sondern outgesourct - und plötzlich merkt man, wie viel Ballast klassische Survival-Spiele eigentlich mit sich herumschleppen.
Das mag wie eine kleine Design-Entscheidung wirken, ist aber tatsächlich ein Fingerzeig für das ganze Genre. Wenn ein Spiel mit Pokémon-Mechanik und Early-Access-Wurzeln vormacht, wie man Beschäftigungstherapie durch Automatisierung ersetzt, stellt sich die Frage, warum große Studios mit AAA-Budget noch immer glauben, dass repetitives Holzhacken irgendeinen Wert für die Immersion hat. Für Spieler:innen bedeutet das: Mehr Zeit für die Teile eines Survival-Spiels, die wirklich Spaß machen, und die Hoffnung, dass sich andere Entwickler das ein oder andere Blatt aus Palworlds Buch abschneiden.
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