SWAT statt Schlaf: 81-jährige Minecraft-Streamerin für guten Zweck wird Opfer eines fiesen Fake-Notrufs
Es ist eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten der Streaming-Szene: Die 81-jährige Sue Jacquot alias „GrammaCrackers“ begann im Sommer 2025 Minecraft zu spielen, um mit ihren Enkeln in Kontakt zu bleiben, während einer von ihnen, Jack, gegen ein seltenes und aggressives Sarkom kämpfte. Aus einem simplen Familienprojekt wurde eine virale Spendenaktion: <cite index="1-4,1-5,1-6">Jacquot begann im Sommer 2025, Minecraft zu spielen, um mit ihren Enkeln Jack und Austin in Kontakt zu bleiben, während Jack wegen Sarkom, einer seltenen und aggressiven Krebsart, behandelt wurde, und lud ab Ende 2025 Gameplay-Videos auf YouTube hoch und streamte auf Twitch als GrammaCrackers, um Jacks GoFundMe-Kampagne zu bewerben.</cite> Mittlerweile hat die Kampagne mehr als 104.000 Dollar eingesammelt, und die gute Nachricht vorweg: <cite index="1-7">Ein aktueller Bericht von ABC 15 bestätigte, dass Jacquots Enkel seit Januar 2026 krebsfrei ist.</cite> Trotzdem streamt die Oma weiter, mittlerweile mit über 600.000 Abonnenten, um ähnliche Spendenprojekte zu unterstützen.
Genau dieser Erfolg machte sie offenbar zur Zielscheibe. Mitten in ihrem Dauerstream mit dem Titel, das Spiel unbedingt „durchspielen“ zu wollen, schlug ein anonymer Anrufer zu: <cite index="2-6">Ein Fake-Notruf sorgte dafür, dass am 18. Mai 20 Polizeiwagen, fünf SWAT-Fahrzeuge und Überwachungsdrohnen zu ihrer Adresse geschickt wurden.</cite> Die schlafende Seniorin wurde von bewaffneten Beamten geweckt, die ihre Wohnung stürmten. Bemerkenswert ist ihre Reaktion: Anstatt geschockt zu sein, nahm sie die Sache mit erstaunlicher Gelassenheit. In einem Folgevideo erklärte sie, es sei <cite index="1-12,1-13">"kind of fun" gewesen, und dass ihr die Beamten immerhin ihre erste Fahrt in einem Polizeiauto ermöglichten.</cite> Ihrer Familie zufolge machte sie danach einfach eine Ibuprofen-Pause und ging wieder ins Bett, so als wäre nichts gewesen. Einzig ihre Katze war dem Bericht zufolge nach dem nächtlichen Trubel etwas aus dem Häuschen.
Was nach einer skurrilen Anekdote klingt, ist in Wahrheit ein handfestes Verbrechen mit potenziell tödlichem Ausgang. Swatting – also das bewusste Auslösen eines massiven Polizeieinsatzes durch einen erfundenen Notruf – gilt in den USA als Bundesverbrechen und wird entsprechend hart verfolgt. Die Fachpresse erinnert in diesem Zusammenhang an frühere Fälle: <cite index="15-13,15-14,15-15">2021 dachte die Polizei bei einem Swatting-Einsatz gegen xQc, er sei methamphetaminabhängig, 2022 wurde der umstrittene Streamer Adin Ross nach demselben Schicksal auf Twitch gesperrt, und selbst der GTA-5-Schauspieler Ned Luke wurde so oft geswattet, dass er mittlerweile mit der Polizei befreundet ist.</cite> Wie ernst die Gefahr wirklich ist, zeigt der berüchtigtste Fall der Szene: <cite index="15-18,15-19,15-20">2018 schickte der 25-jährige Tyler Barriss durch einen Swatting-Versuch Polizisten an die falsche Adresse, wodurch ein zweifacher Familienvater erschossen wurde – Barriss wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.</cite> In der Community überwiegt entsprechend die Fassungslosigkeit: Manche Fachmedien fanden deutliche Worte für den Täter, der ausgerechnet eine ältere Dame ins Visier nahm, die Geld für die Krebstherapie ihres Enkels sammelt, während andere Berichte betonen, dass selbst bei einem scheinbar glimpflichen Ausgang jede unbedachte Bewegung während eines bewaffneten Zugriffs tödlich hätte enden können.
Wir bei LOADOUT finden Sues Gelassenheit bewundernswert, aber sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie gefährlich und widerlich diese Aktion war. Wer einen fingierten Notruf gegen eine 81-Jährige absetzt, die Spenden für die Krebsbehandlung ihres Enkels sammelt, zeigt, dass Swatting längst kein „Streamer-Problem“ mehr ist, sondern jeden treffen kann, der online sichtbar wird – und die Strafen dafür sollten entsprechend hart bleiben.
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