Leak deutet an: Dungeons & Dragons bekommt offenbar ein World-of-Warcraft-Crossover
Kurz vor der Gen Con 2026 ist Wizards of the Coast offenbar ein Leak passiert, das viele Tabletop- und WoW-Fans elektrisiert: Auf der virtuellen Tischplattform Roll20, einem offiziellen D&D-Partner, tauchte für wenige Minuten ein Beitrag auf, der ein Crossover zwischen Dungeons & Dragons und World of Warcraft ankündigte. <cite index="5-1,5-3,5-4">Roll20 postete demnach einen mittlerweile entfernten Blogbeitrag, in dem stand, dass Vorbestellungen für ein offizielles Dungeons & Dragons Crossover mit World of Warcraft bereits „live“ seien, samt Vorschaubild und Link.</cite> <cite index="2-5,2-6,2-7">Der Screenshot des Beitrags trug die Überschrift „Your Choices. Your Story. Roll for Azeroth.“</cite> Der Post verschwand zwar schnell wieder von der Seite, wurde aber nicht schnell genug gelöscht, um der Internet-Öffentlichkeit zu entgehen.
Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee nicht: <cite index="3-4,3-5,3-6">Tabletop-Adaptionen von Azeroth gab es schon früher – 2003 erschien Warcraft: The Roleplaying Game, gefolgt vom World of Warcraft RPG 2005 unter der Open Game License, wobei sich diese frühen Regelwerke später vom offiziellen Blizzard-Kanon entfernten.</cite> Anders als diese eher kurzlebigen Nischenprodukte dürfte das neue Projekt deutlich größer aufgezogen werden. Laut ersten Hinweisen soll es sich mindestens um ein komplettes Setting-Buch für die aktuelle D&D-5e-Regelbasis handeln, vergleichbar mit den bisherigen Magic-The-Gathering-Crossover-Welten wie Strixhaven oder Ravnica. Das passt ins Bild: Wizards-of-the-Coast-Mutterkonzern Hasbro hatte über CEO Chris Cocks bereits angedeutet, dass weitere große Marken-Crossover für D&D geplant seien – nach Stranger Things, Rick & Morty und einem kommenden Vampire: The Masquerade-Buch wäre WoW der nächste große Coup. Die vermutete offizielle Enthüllung würde perfekt in den Zeitplan passen: Auf der Gen Con 2026, die vom 30. Juli bis 2. August in Indianapolis stattfindet, hält Wizards eine große Keynote ab, moderiert von Baldur's-Gate-3-Darsteller Theo Solomon, bei der laut Ankündigung „Roadmap-Enthüllungen, erste Einblicke und Überraschungen“ die Zukunft der Marke definieren sollen.
In der Community und Fachpresse fallen die Reaktionen gemischt aus. Auf Reddit und in vielen Tabletop-Blogs herrscht spürbare Vorfreude, schließlich wartet die WoW-Community seit über zwanzig Jahren auf ein neues Tischrollenspiel im eigenen Universum, seit die alten Warcraft-RPG-Bücher eingestellt wurden. Portale wie EN World gehen sogar so weit, von einem der größten Crossover in der fünfzigjährigen Geschichte von D&D zu sprechen, da World of Warcraft und andere MMORPGs einst sogar Design-Entscheidungen der vierten D&D-Edition beeinflusst haben. Kritischere Stimmen, etwa aus der PC-Gaming-Fachpresse, zweifeln dagegen am Mehrwert: Da sich Warcraft optisch und thematisch ohnehin schon extrem nah an klassischem D&D-Fantasy bewegt, wirke ein komplettes eigenes Regelwerk für Taurenoder Nachtelfen weniger reizvoll als frühere Diablo-Kooperationen, die durch ihren düsteren Heavy-Metal-Look klarer abgegrenzt waren.
Aus unserer Sicht ist die Aufregung nachvollziehbar, aber nicht ganz uneingeschränkt berechtigt: Ein waschechtes WoW-Setting für D&D wäre für Fans beider Marken ein echtes Sahnehäubchen, gerade weil Blizzard selbst tabletop-mäßig seit Jahrzehnten Sendepause hat. Gleichzeitig teilen wir die Skepsis, dass Warcraft als High-Fantasy-Welt D&D ohnehin schon so ähnlich ist, dass ein eigenes Regelbuch eher Marketing-Kalkül als kreative Notwendigkeit sein könnte. Trotzdem: Wenn Wizards bei der Gen-Con-Keynote wirklich groß auffährt, dürfte das eine der spannendsten Ankündigungen des Sommers für Tabletop- und MMO-Fans gleichermaßen werden.
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