Anzeige
← ZURÜCK ZUM FEED
Industrie

Warhammer-Hersteller Games Workshop holt sich Millionen von Trump zurück – doch der nächste Ärger droht

Hype-Meter
35%
28. July 2026 · IGN Articles ·

Eigentlich hätte es ein ruhiges Geschäftsjahr werden sollen. Stattdessen erlebte Warhammer-Macher Games Workshop eine wahre Zoll-Achterbahnfahrt: Nachdem der US Supreme Court Donald Trumps sogenannte 'Liberation Day'-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, bekam das britische Unternehmen einen ordentlichen Teil seines Geldes zurück. <cite index="1-3,1-4">Der Nottingham-ansässige Warhammer-Hersteller hatte zunächst 12 Millionen Pfund an US-Zöllen gezahlt, um den transatlantischen Handel aufrechtzuerhalten, konnte davon aber 7,8 Millionen Pfund zurückholen, nachdem der oberste US-Gerichtshof die Abgaben für unrechtmäßig erklärte.</cite> CEO Kevin Rountree brachte die turbulente Lage in seinem Kommentar an die Investor:innen ziemlich treffend auf den Punkt.

Die Freude währt allerdings nur kurz, denn die alten Zölle wurden längst durch neue ersetzt. <cite index="1-5">Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Games Workshop mit rund 13 Millionen Pfund an Zollkosten, um die von Trump nach dem Urteil eingeführten Ersatz-Importabgaben zu decken.</cite> Und damit nicht genug: Der Krieg im Iran sorgt für zusätzlichen Gegenwind, da er die globalen Energiemärkte durcheinanderwirbelt. <cite index="8-3">Der Konzern rechnet durch Lieferkettenstörungen und inflationäre Effekte im Zusammenhang mit der Volatilität der globalen Energiemärkte mit einer zusätzlichen Belastung von rund 2 Millionen Pfund bei den Kunststoff-Rohstoffkosten.</cite> Kurios dabei: Trotz eines Rekordgewinns reagierte die Börse alles andere als begeistert. <cite index="8-1">Die Aktien von Games Workshop fielen am Dienstag um bis zu 6,5 Prozent, nachdem der britische Miniaturen-Hersteller Zoll-Gegenwind und höhere Plastikpreise infolge des Iran-Kriegs anführte, was den Rekordjahresgewinn überschattete.</cite>

Zahlenmäßig steht der Konzern eigentlich glänzend da: <cite index="1-6">Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 626,8 Millionen Pfund in den zwölf Monaten bis Juni, während der Gewinn um mehr als 16 Prozent zulegte.</cite> Etwas getrübt wird das Bild durch <cite index="1-8">einen Rückgang im kleineren Lizenzgeschäft um 37 Prozent</cite> sowie eine leicht gekürzte Dividende. Fachmedien wie Wargamer und Bell of Lost Souls beobachten das Zoll-Thema schon seit Monaten kritisch und verweisen darauf, dass GW bereits in früheren Berichten Millionenbeträge an US-Zöllen eingeplant hatte und die Belastung der Gewinnmargen langfristig spürbar bleiben dürfte. In der Hobby-Community sorgen vor allem die Auswirkungen auf US-Kund:innen für Diskussionen: Sammler:innen und Fanseiten berichten seit dem vergangenen Jahr immer wieder von Lieferengpässen, Vorbestellungs-Pausen und steigenden Preisen, seit die Zollpolitik erstmals griff – ein Thema, das durch den Iran-Konflikt nun eine weitere Unsicherheitsebene erhält.

🗣️ Einschätzung der Redaktion

Aus unserer Sicht zeigt der Fall Games Workshop exemplarisch, wie sehr globale Politik inzwischen auch das Hobby-Regal im Kinderzimmer erreicht – ein Gerichtsurteil in Washington und ein Konflikt im Nahen Osten können am Ende darüber entscheiden, was eine Space-Marine-Box in den USA kostet. Dass der Konzern trotz Rekordzahlen an der Börse abgestraft wird, zeigt zudem, wie nervös Investor:innen auf anhaltende geopolitische Unsicherheit reagieren. Für Warhammer-Fans dürfte die eigentliche Kernbotschaft aber simpel bleiben: Wer in den USA sammelt, sollte sich schon mal auf weitere Preisanpassungen einstellen.

Zur Originalquelle (IGN Articles) →

💬 Was denkst du dazu?

Lass uns gerne wissen, was du zu dieser Meldung meinst — sei dabei fair und respektvoll.