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Industrie

Kingdom-Hearts-Cover-Chaos: Square Enix schiebt Finger-Debakel auf Mensch statt KI

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01. August 2026 · IGN Articles ·

Eigentlich hätte der Juni ein Traummonat für Kingdom-Hearts-Fans werden sollen: Nintendo kündigte im Rahmen eines Direct nicht nur einen neuen Trailer zu Kingdom Hearts IV an, sondern auch native Switch-2-Versionen der kompletten Trilogie unter dem Namen The Kingdom Hearts Collection [I-III]. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn kaum war das offizielle Cover-Artwork online, zerpflückte die Community es Pixel für Pixel – und wurde fündig. Donald Duck hatte plötzlich mal vier, mal fünf Finger an einer Hand, die Zeiger der Turmuhr im Hintergrund wirkten verbogen, Schlüsselanhänger an den Keyblades waren unterschiedlich groß und Reißverschlüsse liefen einfach ins Nichts aus.

Für viele Fans lasen sich diese Fehler wie ein Lehrbuchbeispiel für generative KI-Bilder, bei denen Software typischerweise mit Fingern, symmetrischen Details und feinen Mustern kämpft. Auf Bluesky und Reddit entbrannte eine hitzige Debatte, ob Square Enix hier tatsächlich KI-Tools eingesetzt hatte, um das Originalwerk von Serienschöpfer Tetsuya Nomura nachträglich zu verändern. Eine besonders plausible Theorie einer Bluesky-Nutzerin lautete, dass die Charaktere aus Nomuras handgezeichnetem Original für die westliche Cover-Version einzeln freigestellt und mit KI-Unterstützung neu angeordnet wurden – wodurch vorher verdeckte Details wie Donalds Hand plötzlich sichtbar, aber fehlerhaft wurden. Square Enix reagierte zunächst nur stillschweigend und tauschte das Artwork bei einigen Händlern gegen eine überarbeitete Version aus, ohne sich offiziell zu äußern.

Erst rund anderthalb Monate später, Ende Juli, meldete sich der Publisher schließlich mit einem offiziellen Statement gegenüber GameSpot zu Wort. <cite index="2-10">Man sei sich der Kritik an den jüngsten Kingdom-Hearts-Visuals bewusst, die Assets seien vom eigenen Entwicklungsteam ohne den Einsatz generativer KI erstellt worden, und die Probleme seien auf menschliches Versagen zurückzuführen.</cite> Wie genau es zu den bizarren Fingeranzahlen und den anderen Ungereimtheiten kam, ließ Square Enix offen. Mehrere Fachmedien wie Kotaku und GamesRadar+ merken an, dass genau diese fehlende Erklärung Zweifel offenlässt, zumal <cite index="1-10">Square Enix zuvor bereits öffentlich betont hatte, generative KI zu unterstützen und ihren Einsatz in der Spieleentwicklung weiter ausbauen zu wollen</cite>. In der Community bleiben die Reaktionen entsprechend gespalten: Ein Teil der Fans nimmt die Erklärung als plausibel hin, schließlich wurde ja auch tatsächlich neues, korrigiertes Artwork nachgereicht. Andere bleiben skeptisch, weil ausgerechnet die typischen KI-Artefakte – wackelige Linien, verschmelzende Bauteile, falsche Fingerzahlen – so eindeutig ins Bild passten, wie es GamesRadar+ in seiner ausführlichen Bildanalyse beschrieb.

🗣️ Einschätzung der Redaktion

Für uns bei LOADOUT bleibt ein fader Beigeschmack: Ein einfaches Dementi ohne jede Erklärung, wie ausgerechnet ein geliebtes Franchise mit Disney-Lizenz solche Anfängerfehler durchgehen ließ, wirkt wenig überzeugend. Gerade weil Square Enix sich selbst als KI-freundliches Unternehmen positioniert, hätte man sich mehr Transparenz gewünscht, um das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. Am Ende zählt für uns aber vor allem, dass die Collection selbst am 8. Oktober ein echtes Fest für die Serie werden dürfte – das Cover-Drama sollte niemanden von der eigentlichen Rückkehr der Trilogie auf Nintendo-Konsolen abhalten.

Zur Originalquelle (IGN Articles) →

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