Rockstar-Mitgründer Dan Houser bezieht Stellung zur Disc-Debatte – ausgerechnet jetzt
Ausgerechnet der Mann, der Grand Theft Auto mitgeschaffen hat, mischt sich in eine Debatte ein, die gerade sein ehemaliges Studio selbst befeuert hat. Bei der San Diego Comic-Con wurde Dan Houser von IGN zur Zukunft physischer Spiele befragt – und der Ex-Rockstar-Boss machte klar, dass er persönlich zwar keine große emotionale Bindung an Disc-Versionen hat, Unternehmen aber trotzdem in der Pflicht sieht. Houser erklärte gegenüber IGN, er wisse nicht, ob es ihn wirklich kümmere, aber <cite index="1-6,1-7">"wenn Leute das wollen, denke ich, sollten Unternehmen es anbieten. Aber ich weiß nicht, ob es mir persönlich wichtig ist"</cite>. Gleichzeitig betonte er, dass digitale Releases auch handfeste Vorteile bringen, etwa wenn es darum geht, <cite index="1-8">die Fähigkeit, Spiele zu aktualisieren und Probleme zu beheben, sei wirklich nützlich für die Qualität von Spielen</cite>.
Brisant ist das Timing der Aussage vor allem deshalb, weil sie mitten in einen handfesten Shitstorm platzt. Erst kürzlich hatte Sony angekündigt, ab 2028 komplett auf physische Disc-Produktion für PlayStation-Spiele zu verzichten, während Rockstar selbst für GTA 6 keine echte Disc mehr in die Retail-Box packt, sondern lediglich einen Freischaltcode. Kritiker sehen darin, wie es ein Bericht formuliert, <cite index="2-2">einen der schwersten Schläge für physische Spiele, nachdem Rockstar bestätigt hatte, dass GTA 6 nicht mit einer Disc, sondern einem einlösbaren Code erscheinen wird</cite>. Fans in Reddit-Threads und auf X reagierten entsprechend gespalten – für viele Sammler:innen fühlt sich eine Box ohne Disc an wie ein fauler Kompromiss, der weder echtes Besitzgefühl noch Wiederverkaufswert bietet.
In der Fachpresse wird Housers Aussage differenziert eingeordnet. Manche Portale feiern seine Worte als überraschendes Bekenntnis pro physische Medien und schüren sogar Hoffnungen, Rockstar könnte für GTA 6 doch noch eine echte Disc-Version nachreichen. Andere Stimmen, etwa von GTA-nahen Fachseiten, weisen darauf hin, dass Housers Zitat eigentlich vor allem <cite index="3-8,3-9">ein Argument über Konsumentennachfrage sei und nicht über Eigentum oder Erhalt von Spielen – genau die Begründung, die auch Sony für die Einstellung der Disc-Produktion anführt</cite>. Auch aus der Preservation-Community kommt scharfe Kritik am generellen Trend: Frank Cifaldi, Direktor der Video Game History Foundation, erklärte etwa, dass angesichts rein digitaler Lizenzmodelle <cite index="11-6">die Zukunft der Erhaltung von Spielen, zumindest vorerst, in Piraterie liegen müsse</cite>. Zugleich sind laut Marktzahlen physische Verkäufe zwar stark rückläufig, aber keineswegs bedeutungslos: In den USA wurden bis Juni 2026 immer noch <cite index="2-7">37 Millionen physische Kopien verkauft</cite> – ein deutlicher Beleg dafür, dass eine treue Nische an Discs festhält, gerade auch wegen des lukrativen Gebrauchtmarkts und schlechter Internetanbindung in Teilen der Welt.
Housers Aussage klingt sympathisch, ist aber letztlich zahnlos, solange ausgerechnet Rockstar selbst bei GTA 6 nur einen Code in die Box packt statt einer echten Disc. Wer wirklich an physische Spiele glaubt, müsste das mit Taten statt mit einem entspannten Comic-Con-Kommentar untermauern. Für uns bleibt die eigentliche Gefahr nicht die Nostalgie ums Plastik, sondern der schleichende Verlust von echtem Spielebesitz – und da braucht es mehr als warme Worte von Branchengrößen.
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