Anzeige
← ZURÜCK ZUM FEED
Industrie

Skandal um Pokémon-Firma: Ex-Manager soll Kameras in Bürotoiletten versteckt haben

Hype-Meter
45%
05. August 2026 · IGN Articles ·

Was als vermeintlich harmlose Entdeckung in einer Starbucks-Toilette in Kirkland begann, hat sich zu einem der düstersten Skandale in der jüngeren Geschichte der Pokémon Company entwickelt. Laut übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien fand eine Filialleiterin im Oktober 2025 eine kleine, unter dem Waschbecken versteckte Kamera, die direkt auf die Toilette gerichtet war. Über Sicherheitsaufnahmen und einen winzigen Kartenzahlungsbeleg über 7,89 US-Dollar führten die Ermittlungen zu Ben Tsai, damals 44 Jahre alt und Director of Engineering bei The Pokémon Company International am Firmensitz in Bellevue, Washington.

Was die Ermittler anschließend auf beschlagnahmten Geräten in Tsais Wohnung fanden, sprengt den ursprünglichen Verdacht bei weitem. <cite index="6-9,6-10">Eine forensische Auswertung der Geräte förderte hunderte Aufnahmen von versteckten Kameras zutage, darunter 89 Videos, die angeblich in den Bürotoiletten der Pokémon-Niederlassung gefilmt und in Ordnern mit den Namen Pokémon 29 und Pokémon 27 gespeichert waren.</cite> <cite index="8-3">Bislang wurden vier Opfer anhand des Materials identifiziert</cite>, doch Anwälte gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte. <cite index="6-8">Tsai selbst soll gegenüber der Polizei angegeben haben, seit 2017 nicht mehr als fünfzig Mal heimlich gefilmt zu haben</cite> — eine Aussage, die angesichts der Fundmenge stark angezweifelt wird. Neben dem Pokémon-Büro wurden weitere Aufnahmen aus einer Starbucks-Filiale, einem Safeway-Supermarkt und aus seinem eigenen Zuhause sichergestellt. Tsai wurde inzwischen wegen Voyeurismus ersten Grades sowie mehrerer Anklagepunkte im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen von Minderjährigen angeklagt und sitzt derzeit gegen eine Kaution von 500.000 US-Dollar in Untersuchungshaft. Sein Anwalt betonte, sein Mandant werde sich in allen Punkten für nicht schuldig erklären.

Für die Pokémon Company selbst wird die Sache nun juristisch brisant: Eine ehemalige Mitarbeiterin, die unter dem Pseudonym Jane Doe klagt und laut Berichten fünf Jahre für das Unternehmen tätig war, hat vergangene Woche vor einem Gericht im King County eine Sammelklage eingereicht. Sie möchte damit alle Frauen und Mädchen vertreten, die zwischen 2017 und dem 25. Juli 2026 die Toiletten im Bellevue-Büro genutzt haben. Der Vorwurf an das Unternehmen lautet Fahrlässigkeit: Man habe es versäumt, Tsai angemessen zu schulen oder zu kontrollieren, obwohl es offenbar Warnzeichen gegeben habe. Ein Anwalt der Klägerseite äußerte gegenüber der Presse Zweifel daran, dass das gefundene Material tatsächlich nur für den Eigenbedarf gedacht war. In der Gaming- und Pokémon-Community sorgt der Fall für gemischte, aber überwiegend fassungslose Reaktionen — während viele hoffen, dass die Betroffenen vor Gericht Recht bekommen, hinterfragen andere, warum das gesamte Unternehmen für die Taten eines Einzelnen haftbar gemacht werden soll. Ein Pokémon-Sprecher erklärte lediglich, der Fokus liege weiterhin auf dem Wohlergehen der Belegschaft, wollte sich zu den laufenden Verfahren aber nicht näher äußern.

🗣️ Einschätzung der Redaktion

Aus unserer Sicht zeigt dieser Fall schmerzhaft deutlich, dass selbst ein Milliarden-Franchise wie Pokémon vor internen Skandalen dieser Größenordnung nicht geschützt ist — und dass Unternehmenskultur mehr braucht als Hochglanz-PR, wenn es um den Schutz der eigenen Belegschaft geht. Die schiere Menge der gefundenen Aufnahmen und die lange Dauer der mutmaßlichen Taten werfen ernste Fragen auf, ob frühere Warnsignale im Betrieb ignoriert wurden. Wir werden die Entwicklung des Verfahrens weiter beobachten, denn hier geht es nicht um ein Nischenthema der Branche, sondern um handfeste Konsequenzen für reale Menschen.

Zur Originalquelle (IGN Articles) →

💬 Was denkst du dazu?

Lass uns gerne wissen, was du zu dieser Meldung meinst — sei dabei fair und respektvoll.