AI-Slop-Desaster: Shift Up blamiert sich mit K-Pop-Musikvideo zu Stellar Blade: Blood Rain
Eigentlich sollte es ein cooles neues Lebenszeichen zu Stellar Blade: Blood Rain sein, doch daraus wurde ein waschechter PR-Fauxpas: Entwicklerstudio Shift Up hat auf seinem offiziellen YouTube-Kanal ein Musikvideo namens Wanna be in LOVE veröffentlicht, in dem Protagonistin Evie als K-Pop-Idol singt und tanzt. Das Problem dabei: Das komplette Video wurde mit generativer KI erstellt – und das sieht man ihm auch gnadenlos an.
Auf YouTube prangt bei dem Clip ein deutlicher KI-Hinweis, der besagt, dass Ton oder Bild komplett oder teilweise generiert wurden. Wer genau hinschaut, findet auch im Abspann ein Statement dazu, dass das Video mithilfe von KI und Spiel-Assets erstellt wurde. Besonders skurril: Der Clip enthält sogar eine gefälschte Making-of-Sequenz mit einer KI-generierten Filmcrew in Shift-Up-Shirts, die so tut, als hätte sie tatsächlich mit Evie zusammengearbeitet. In einer Szene hält Evie zudem einen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift K-Pop Demon Hunters in der Hand – ein Verweis auf ein völlig fremdes Franchise, dessen Sinn bislang niemand erklären konnte.
Shift-Up-Chef Kim Hyung-tae postete das Video sogar selbst auf X und bat die Fans um Feedback. Das hat er bekommen – nur eben nicht das erhoffte. <cite index="2-8">In den Kommentaren heißt es sinngemäß, man habe wohl gedacht, mit diesem KI-Slop richtig abzuliefern.</cite> Auch unter dem YouTube-Video selbst hagelt es Kritik, mehrfach war laut Berichten die fassungslose Nachfrage zu lesen, ob das gerade wirklich ernst gemeint sei. Fachmedien wie Kotaku, GamesRadar+, The Gamer und VGC berichten unisono von einem Shitstorm: The Gamer beschreibt das Ergebnis als bestenfalls creepy und schlimmstenfalls seelenlos, während GamesRadar+ Stimmen zitiert, die Shift Up vorwerfen, damit den eigenen talentierten Künstlerinnen und Künstlern ins Gesicht zu schlagen. Auch auf Reddit- und Foren-Plattformen wie NeoGAF wird das Video als plumpe KI-Ansammlung ohne Seele bezeichnet, wobei einige Nutzer klarstellen, dass sie KI-Werkzeuge im Entwicklungsprozess grundsätzlich okay finden, ein derart offensichtliches Vollmaß-Resultat aber ablehnen. Vereinzelt gibt es aber auch Verteidiger, die den Technologieeinsatz als cleveren Wettbewerbsvorteil werten – die große Mehrheit der Reaktionen fällt jedoch negativ aus.
Brisant wird die Sache vor allem deshalb, weil Shift Up mit dem ursprünglichen Stellar Blade genau das Gegenteil bewiesen hatte: ein Spiel mit aufwendiger Weltgestaltung, starkem Kampfsystem und einer klaren künstlerischen Handschrift, das kommerziell wie kritisch einschlug. Genau dieser Ruf steht jetzt auf dem Spiel, denn viele Fans befürchten laut Berichterstattung, dass der KI-Einsatz beim Marketing nur ein Vorgeschmack darauf sein könnte, was im eigentlichen Spiel Blood Rain steckt. Ein konkretes Release-Datum für die Fortsetzung gibt es bislang ohnehin noch nicht.
Aus unserer Sicht zeigt dieser Fall exemplarisch, wie schnell Studios mit KI-Experimenten das Vertrauen ihrer eigenen Community verspielen können – gerade wenn ein talentiertes Team im Hintergrund eigentlich alles hätte, um es besser zu machen. Shift Up hat sich mit dem ursprünglichen Stellar Blade viel Goodwill erarbeitet, und dieses KI-Musikvideo wirkt wie ein unnötiges Eigentor kurz vor dem großen Blood-Rain-Release. Wir hoffen für die Fans, dass das nur ein Marketing-Ausrutscher bleibt und nicht andeutet, wie es um die Qualität des eigentlichen Spiels bestellt ist.
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