Hololive Dreams: Wie aus VTuber-Idolen ein Rhythmus-RPG mit über 150 Songs wurde
Wer schon immer mal mit seinen liebsten VTubern auf der Bühne stehen wollte, bekommt jetzt seine Chance: Mit Hololive Dreams, intern auch holodori genannt, hat COVER Corporation gemeinsam mit QualiArts das erste offizielle Hololive-Mobile-Game veröffentlicht. Das Studio kennt sich mit dem Genre aus, schließlich stehen die Entwickler auch hinter Gakuen Idolm@ster.
Das Konzept verbindet zwei Genres, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: Rhythmusspiel und RPG-Aufbau. Auf einer schwebenden Insel bauen Spieler:innen einen ganzen Vergnügungspark für die Hololive-Talente, während sie sich parallel durch waschechte Rhythmus-Lives kämpfen. Zum Start stehen mehr als 150 Songs und über 50 spielbare VTuber zur Verfügung, die Charts folgen dabei einem Sechs-Spuren-System mit Tipp-, Halte- und Wisch-Noten, wie es etwa aus Bang Dream oder Project Sekai bekannt ist. Wer sein Lieblingstalent unbedingt haben möchte, kann sich über ein sogenanntes Redraw-Gacha-System sogar die Garantie auf die Top-Rarität eines bestimmten Charakters sichern.
Seit dem globalen Release am 23. Juli für iOS, Android und über Steam auch für PC häufen sich die Reaktionen aus Fachpresse und Community. Game8 zieht in seinem Test ein größtenteils positives Fazit: Präsentation und Sounddesign werden gelobt, ebenso der befriedigende Spielloop zwischen Liveauftritten, Minispielen und Parkausbau, auch wenn die Bedienoberfläche für passive Skills unübersichtlich bleibt und der Kalibrierungsprozess als unnötig umständlich empfunden wird. PC Gamer wiederum hebt hervor, wie stark die beteiligten Talente selbst am Skript mitgewirkt haben und wie viele skurrile, community-taugliche Momente aus dem Spiel bereits als Clips durchs Netz kursieren. Weniger einhellig fällt das Bild bei der Monetarisierung aus: In sozialen Netzwerken kritisieren einzelne Stimmen die Kombination aus teuren Zehnfach-Ziehungen, separaten monatlichen Abos pro Talent und einem Duplikat-System, bei dem gleich sechs Kopien nötig sind, um einen Charakter voll auszubauen. Auf Steam selbst fällt die Stimmung gemischt aus, dort wird vor allem die PC-Portierung bemängelt, während die mobile Version als deutlich runder gilt.
Auch technisch ist noch nicht alles poliert: Community-Berichte sprechen von Rucklern und Framerate-Problemen selbst auf potenter Hardware sowie einem tiefgreifenden Anti-Cheat, das die Steam-Deck- und Linux-Nutzung erschwert. Für eingefleischte Rhythmusspiel-Puristen dürfte holodori ohnehin eher zweite Wahl sein, denn Fachstimmen betonen unisono, dass das Spiel in erster Linie Hololive-Fans und Gacha-Sammler anspricht, weniger kompetitive Highscore-Jäger.
Wir finden es clever, wie COVER hier zwei bewährte Mobile-Genres kombiniert, statt einfach ein weiteres Standard-Gacha hinterherzuschieben – die Mischung aus Rhythmus-Gameplay und Park-Management gibt dem Spiel eine eigene Identität. Gleichzeitig macht uns die Monetarisierung stutzig: Wenn selbst wohlwollende Fans schon von Abo-Overkill sprechen, sollte COVER hier nachjustieren, bevor der positive Ersteindruck kippt. Für Hololive-Anhänger:innen ist holodori trotzdem ein Pflicht-Download, für reine Rhythmusspiel-Fans lohnt sich eher ein Blick von außen.
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