Kassensturz bei Take-Two: GTA-Online-Spieler pumpen mehr Geld ins Spiel, während GTA-5-Verkäufe stocken
Ein Blick in die frischen Quartalszahlen von Take-Two Interactive zeigt ein interessantes Bild: Während sich die physischen und digitalen Verkäufe von GTA 5 spürbar verlangsamen, greifen Spieler:innen in GTA Online tiefer denn je in die Tasche. Rockstar Games' Mutterkonzern hat am Freitagmorgen seine Zahlen für das erste Fiskalquartal 2027 präsentiert – und dabei auch gleich verraten, wie gut GTA 6 bereits vor dem eigentlichen Release performt.
Laut den Angaben von Take-Two hat GTA 5 die von Analysten erwartete Marke von 235 Millionen verkauften Exemplaren bislang nicht geknackt. <cite index="1-8,1-9">Take-Two Interactive habe bekanntgegeben, dass Grand Theft Auto V die erwartete Marke von 235 Millionen Exemplaren nicht überschritten hat und im Mai 230 Millionen erreichte, nachdem es zuvor fast jedes Quartal rund 5 Millionen Einheiten verkauft hatte.</cite> Trotzdem bleibt der Titel enorm relevant: <cite index="1-10">Das Spiel zählt weiterhin monatlich zu den meistheruntergeladenen PS5-Titeln.</cite> Gleichzeitig zieht die Ausgabefreude in GTA Online an. <cite index="3-1">GTA Online verzeichnete eine höher als erwartete wiederkehrende Ausgabenbereitschaft, was bedeutet, dass sowohl Shark Cards als auch GTA+-Abos stärker gekauft wurden als kalkuliert.</cite> Das ist bemerkenswert, denn GTA Online existiert inzwischen seit über zehn Jahren und wird trotzdem munter weiter monetarisiert.
Der große Elefant im Raum bei diesem Earnings Call war aber natürlich GTA 6. CEO Strauss Zelnick sprach von einem außergewöhnlichen Vorbestell-Start und wollte trotz Nachfrage keine konkreten Zahlen nennen. <cite index="9-4,9-5">Zelnick sagte, das Spiel habe einen exzellenten Start bei den Vorbestellungen hingelegt, könne aber keine genauen Verkaufszahlen nennen, betonte jedoch, das Niveau der Vorbestellungen sei beispiellos und erstaunlich.</cite> Besonders pikant: Die Vorbestellungen waren im abgefragten Quartal gerade einmal fünf Tage lang geöffnet, <cite index="9-2,9-3">die Zahlen stammen aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni, wobei Vorbestellungen nur an fünf Tagen dieses Quartals überhaupt möglich waren</cite> – was die Dimension der Nachfrage umso eindrucksvoller macht. Unabhängige Marktforscher untermauern den Hype: Laut Newzoo wurden allein <cite index="9-7">in der letzten Juniwoche rund 180 Millionen US-Dollar an digitalen Vorbestellungen in den USA und den fünf größten europäischen Märkten umgesetzt, was den bislang stärksten je gemessenen Vorbestell-Auftakt markierte</cite>. Auffällig ist jedoch, dass Take-Two trotz dieser Superlative seine Jahresprognose nicht nach oben korrigiert hat, was an der Wall Street durchaus für Stirnrunzeln sorgte, da der Analystenkonsens deutlich höher lag als die bestätigte Take-Two-eigene Spanne.
Die Fachpresse ist sich einig, dass hier ein historischer Umbruch stattfindet: Take-Two ist nach der jüngsten EA-Übernahme ohnehin gerade zum größten börsennotierten Spielepublisher der Welt aufgestiegen, und GTA 6 dürfte diesen Status weiter zementieren. Mehrere internationale Medien greifen zudem Zelnicks Aussagen zur Preisgestaltung auf – er verteidigte den Standardpreis von 79,99 US-Dollar sowie die Ultimate Edition für 99,99 US-Dollar und bekräftigte, Rockstar habe bei der Preisfindung ins Schwarze getroffen. In der Community wiederum wird kontrovers diskutiert, ob es fair ist, dass ein zehn Jahre altes Spiel wie GTA 5 weiterhin über Mikrotransaktionen so viel Geld einspielt, während gleichzeitig für den lang ersehnten Nachfolger schon jetzt Rekordsummen fließen, ohne dass überhaupt ein Release-Datum für die PC-Version feststeht.
Für uns bei LOADOUT ist das ein klassisches Beispiel dafür, wie Rockstar und Take-Two ihre Cashcows bis zum letzten Tropfen auspressen, bevor der nächste große Wurf kommt – GTA Online liefert nach über zehn Jahren immer noch verlässlich Rekordumsätze, während GTA 5 als Vollpreisprodukt langsam ausläuft. Dass Take-Two trotz angeblich beispielloser GTA-6-Vorbestellungen seine Jahresprognose nicht anhebt, wirkt zudem auffällig vorsichtig und lässt uns vermuten, dass man sich bewusst noch keine Karten in die Hand legen will, bevor der große Trailer am 27. August die eigentliche Hype-Welle erst richtig lostritt.
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