Halo: Campaign Evolved auf Steam Deck & Xbox Ally? Lieber nicht
Eigentlich sollte ein komplett neu gebautes Halo-Remake auf modernen Handheld-PCs eine Selbstverständlichkeit sein – schließlich läuft mittlerweile fast alles auf Steam Deck, Xbox Ally und Co. Bei Halo: Campaign Evolved sieht die Sache aber anders aus. Wie IGN in einem aktuellen Bericht feststellt, kann sich das Unreal-Engine-5-Remake nicht mit der grafischen Qualität der deutlich älteren Master Chief Collection messen, sobald es auf schwächerer Hardware laufen muss. <cite index="7-3">Beim Antesten des Remakes auf dem Xbox Ally stellte sich heraus, dass die originale Halo-Kampagne in der Master Chief Collection deutlich besser aussieht.</cite>
Der Grund liegt in den schieren Anforderungen des Spiels: <cite index="21-1">Die Mindestvoraussetzungen verlangen einen Intel Core i7-10700K und eine Nvidia GeForce RTX 2060 Super – beides Hardware, die leistungsstärker ist als das, was in Steam Deck oder Basis-Xbox-Ally verbaut ist.</cite> Wer das Spiel auf dem Ally trotzdem spielen will, muss ordentlich Kompromisse eingehen: <cite index="7-7,7-8">Erst mit einer Auflösung von 1280x720, dem Very-Low-Preset und FSR auf Low lassen sich passable 30 fps mit gelegentlichen Einbrüchen in die Mitte der 20er-Marke erreichen.</cite> Kurioserweise trägt das Spiel auf Steam trotzdem das begehrte "Steam Deck Verified"-Siegel – <cite index="7-9">vermutlich, weil Valve schon andere Titel mit schlechterer Performance durchgewunken hat.</cite> Auch auf dem potenteren Xbox Ally X ist längst nicht alles rosig: Community-Tests zeigen, dass <cite index="4-3,4-4">das Gerät selbst mit reduzierter Auflösung in manchen Missionen unter 30 fps fällt</cite>, während einzig aggressives FSR-Upscaling für spürbar mehr Bildrate sorgt, dafür aber <cite index="4-8,4-9">mit deutlichem Pixel-Flimmern erkauft wird</cite>.
Die Kritik an der Handheld-Performance steht dabei im auffälligen Kontrast zur generell sehr wohlwollenden Aufnahme des Spiels in der Fachpresse. Auf hochwertiger Hardware und Konsolen wird Campaign Evolved gefeiert: Videogameschronicle lobt, wie sich das Spiel spielerisch treu zum Original anfühlt, <cite index="11-1">wirke die Kampagne trotz aller Neuerungen weiterhin wie waschechtes klassisches Halo</cite>. Pure Xbox vergab in seinem Test die Höchstwertung und beschreibt begeistert, wie Spieler unweigerlich wieder in vertraute Rituale aus dem Original von 2001 verfallen, etwa <cite index="8-5">das Herumsitzen im leeren Kommandostuhl oder das Umkippen von Warthogs im Finale von The Maw</cite>. Insgesamt pendelt sich das Remake bei einem starken, aber nicht überragenden Metacritic-Wert ein – auf Xbox Series X werden 86 Punkte erreicht, auf PS5 80 und auf PC 77 Punkte, wie Forbes berichtet. In der Community gibt es dagegen geteiltere Reaktionen: Während viele die technische Überarbeitung und die neuen Zusatzmissionen loben, monieren andere in Foren und Kommentarspalten, dass gerade die aggressiven Upscaling- und Anti-Aliasing-Effekte auf schwächerer Hardware die Bildqualität sichtbar verwaschen lassen.
Für uns ist das ein klassischer Fall von "schön anzusehen, aber am falschen Ort ausprobiert": Auf einem potenten Gaming-PC oder den aktuellen Konsolen dürfte Campaign Evolved seine Stärken voll ausspielen, aber wer sich auf ein entspanntes Couch- oder Unterwegs-Erlebnis mit Steam Deck oder Xbox Ally gefreut hat, wird ernüchtert. Dass ein Spiel mit RTX-2060-Mindestanforderung überhaupt das Steam-Deck-Verified-Siegel bekommt, zeigt aus unserer Sicht auch, wie unscharf dieses Gütesiegel mittlerweile geworden ist. Unser Rat: Wer Halo handheld erleben will, greift bis auf Weiteres lieber zur bewährten Master Chief Collection.
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