Steam Train Fest: Wie ein PC-Gamer-Autor die triste Zugfahrt zum Feature erklärt
Während des Steam Train Fest dreht sich auf der Plattform gerade alles um Lokomotiven, Signalanlagen und endlose Schienennetze. <cite index="2-1">Die Aktion lief seit Montag, dem 20. Juli, und gab PC-Spielern ein einwöchiges Zeitfenster, um Bahn-Titel mit Rabatten von bis zu 63 Prozent zu ergattern.</cite> <cite index="2-13">Im offiziellen Trailer von Valve wurden 14 Titel vorgestellt, darunter Locomoto, Sweet Transit, Railway Empire 2, Rail Route, Transport Fever 2, Mini Metro, Train Sim World 6 und Choo-Choo Charles.</cite> Klingt nach einem Fest für Bahnromantiker – doch ein PC-Gamer-Redakteur nutzte die Gelegenheit für einen augenzwinkernden Konter: Warum nicht mit dem passenden DLC daran erinnern, wie öde eine echte Zugfahrt eigentlich meistens ist? Sein Fazit über die triste, neblige Kulisse britischer Bahnstrecken in Train Sim World brachte er unfreiwillig komisch auf den Punkt, als er die grau-diesige Landschaft, die an ihm vorbeizieht, als typisch britisch beschrieb.
Wer bei Train Sim World einsteigt, merkt schnell, dass Understatement hier Programm ist – zumindest was die Spielwelt angeht, nicht den Umfang des Zusatzinhalts. <cite index="8-2">Allein für Train Simulator Classic gibt es mittlerweile 790 einzelne DLC-Pakete, die während des Train Fest zusammen für rund 6.993 US-Dollar statt regulär 15.621 Dollar zu haben waren.</cite> Diese schiere Menge an Zusatzinhalten ist seit Jahren Running Gag und Reizthema zugleich in der Community: In Steam-Diskussionen wird regelmäßig über die Fülle an bezahlten Strecken und Loks gewitzelt, während andere Nutzer betonen, dass die Add-ons reale, maßstabsgetreue Strecken mit voll bedienbaren Führerständen liefern. Aktuell dreht sich bei Entwickler Dovetail Games ohnehin viel um Train Sim World 6, das jüngste Update brachte mit den Thames Valley Branches drei neue, eigenständige Nebenstrecken samt authentischem Zugsicherungssystem ins Spiel.
Die Fachpresse ist sich bei Train Sim World 6 alles andere als einig. <cite index="26-1,26-3">Auf OpenCritic hat der Titel bei zwölf Kritikern eine als 'Strong' eingestufte Wertung und landet im 63. Perzentil aller bewerteten Spiele.</cite> Manche Tester feiern die gewachsene Atmosphäre und die neuen Zufallsereignisse, die für mehr Unvorhersehbarkeit auf der Strecke sorgen, andere sehen darin nur halbherzig umgesetzte Spielereien. Auf Steam selbst kommt das Spiel <cite index="27-2">auf eine Wertung von 76 Prozent bei 3.593 Rezensionen</cite> – solide, aber weit von einem Überraschungshit entfernt. Ein Reviewer brachte die Zwiespältigkeit besonders drastisch auf den Punkt, als er beschrieb, dass es sich um eine detaillierte, fesselnde Simulation handle, die in einem frustrierenden, fehlerhaften und zynisch vermarkteten Paket stecke. Andere Stimmen sind versöhnlicher und loben, wie die drei neuen Routen jeweils einen völlig eigenen Charakter mitbringen und für reichlich Beschäftigung mit Missionen und Fahrplänen sorgen.
Wir finden den Kontrast köstlich: Ein Genre, das Realismus bis zur Perfektion treibt, wird ausgerechnet dafür gefeiert, wie akkurat es die Tristesse des echten Bahnalltags einfängt – das ist Steam-Marketing mit Selbstironie, wie wir es lieben. Gleichzeitig zeigt die gespaltene Kritik an Train Sim World 6, dass die jährliche Update-Politik und die DLC-Flut von Dovetail Games langsam an ihre Grenzen stößt, auch wenn die Kernsimulation nach wie vor beeindruckt. Für Fans, die auf Signalanlagen, Führerstände und britischen Nieselregen stehen, bleibt das Train Fest trotzdem eine der besten Gelegenheiten des Jahres, günstig ins Bahn-Genre einzusteigen.
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