Project Motor Racing: Großes Update bringt Holden-Commodore-DLC und Triple-Screen-Support
Es ist die Art von Update, die Fans eines gebeutelten Spiels aufhorchen lässt: Für Project Motor Racing ist Version 2.1 erschienen, und Entwickler Straight4 Studios sowie Publisher Giants Software packen ordentlich was drauf. Herzstück ist eine komplette Neuentwicklung des Handling-Modells für die GT3- und GT4-Fahrzeugklassen – inklusive überarbeiteter Balance of Performance, Federung, Getriebeabstimmung, Schwerpunkt, Turboverhalten und Reifenphysik. Wer bislang eigene Setups gespeichert hatte, muss sich neu einfinden, denn die alten Werte passen schlicht nicht mehr zur neuen Physik.
Dazu kommt PC-seitig ein waschechtes Sahnehäubchen: Triple-Screen-Support feiert seinen Einstand, wenn auch vorerst nur im Alpha-Stadium. Für Cockpit-Besitzer mit Drei-Monitor-Setups ist das seit Monaten eine der meistgeforderten Funktionen überhaupt. Parallel wird auch der VR-Modus weiter poliert, die Force-Feedback-Unterstützung für Logitech-Lenkräder ausgebaut und ein Join-in-Progress-System für Online-Rennen eingeführt. Obendrauf gibt es das kostenlose DLC-Paket "Aussie Rivals", das den legendären Zweikampf zwischen Holden und Ford ins Spiel holt: den 2013er Holden Commodore VF sowie einen komplett überarbeiteten Ford Falcon FG. Diese Ära der australischen V8 Supercars markierte laut mehreren Fachmedien das letzte rein lokal gebaute Duell der beiden Marken, bevor Holden auf importierte Karosserien wechselte und die Serie später auf Chevrolet Camaro und Ford Mustang umstellte – ein Stück Motorsportgeschichte, das bislang in kaum einem großen Rennspiel außer Forza Motorsport, iRacing und Grid Autosport zu finden war.
Dass Straight4 Studios so intensiv nachbessert, hat einen guten Grund: Der Launch im November 2025 verlief alles andere als glanzvoll. Kritiker bemängelten unfertige Technik, schwache KI und Performance-Probleme; auf OpenCritic erhielt das Spiel nur ein "Weak"-Rating bei einem Schnitt von 61 Punkten, empfohlen von gerade einmal 15 Prozent der Tester. Auch auf Steam bleibt die Stimmung gemischt, nur rund 42 Prozent der über tausend Nutzerbewertungen fallen positiv aus. Nur wenige Wochen nach dem Launch musste das Studio sogar Personal abbauen, was in der Community für Wut und Sorge um die Zukunft des Spiels sorgte. Seitdem hat sich einiges getan: Ian Bell, Gründer von Straight4 und einst Kopf hinter Project CARS, ist inzwischen nicht mehr CEO, sein Nachfolger Kevin Boland treibt die Aufholjagd voran. In Foren wie Overtake.gg zeigen sich manche Spieler vorsichtig positiv überrascht, wie weit das Spiel seit dem Start gereift ist, andere bleiben skeptisch gegenüber Alpha-Features in einem Vollpreistitel.
Für uns ist das Update 2.1 ein spannendes Lehrstück darüber, wie ein verkorkster Launch nicht zwangsläufig das Ende bedeuten muss – vorausgesetzt, ein Studio hört wirklich auf sein Publikum. Der kostenlose Holden-Commodore-DLC ist ein cleverer Vertrauensbeweis, aber die Community hat recht: Wer für ein Vollpreisspiel bezahlt hat, sollte nicht monatelang auf Alpha-Features wie Triple-Screen warten müssen. Ob PMR seinen Ruf noch retten kann, hängt jetzt davon ab, ob aus Ankündigungen endlich stabile, spürbare Verbesserungen werden.
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