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Konsolen

Elden Ring kommt endlich auf Switch 2 – und zeigt, wie brüchig Konsolen-Exklusivität geworden ist

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13. August 2026 · LOADOUT-Analyse ·

Es hat gedauert. Am 2. April 2025 kündigte Nintendo während seiner Switch-2-Direct-Präsentation an, dass FromSoftwares Meisterwerk Elden Ring erstmals auf einer Nintendo-Konsole erscheinen würde – als Tarnished Edition mit Basisspiel und der Erweiterung Shadow of the Erdtree im Gepäck. Doch aus dem ursprünglich für 2025 versprochenen Release wurde nichts: Im Oktober 2025 verkündete FromSoftware auf Social Media, man benötige mehr Zeit für Performance-Anpassungen, weshalb der Release ins Jahr 2026 verschoben werde. Erst im Juni 2026 folgte dann endlich das konkrete Datum: <cite index="2-2">Elden Ring kommt mit der Tarnished Edition auf Switch 2 und erscheint am 28. August für 80 US-Dollar.</cite> Ein kleines Jubiläum für Nintendo-Fans, die seit der Ankündigung von Elden Ring: Nightreign im Dezember 2024 fieberhaft gerätselt hatten, ob und wann FromSoftwares größter Hit auch auf einer Hybrid-Konsole landen würde.

Dass die Verzögerung kein reines PR-Manöver war, zeigen die Berichte von den Messeständen. <cite index="9-11,9-12,9-13">Die erste Elden-Ring-Tarnished-Edition-Hands-on-Demo zeigte häufige Framerate-Einbrüche, in den offenen Bereichen von Limgrave fiel die Bildrate laut Testern unter 20 fps, und im Kampf sorgten Ruckler für Unterbrechungen des eigentlich flüssigen Kampfsystems.</cite> Erst bei einer neuen Baufassung auf der PAX West im Spätsommer 2025 zeigte sich Besserung, und laut Nintendo Life gab es nach weiteren Hands-on-Terminen im März 2026 erneut Berichte über verbesserte Performance. FromSoftware entschied sich also bewusst dafür, lieber eine spürbare Verzögerung in Kauf zu nehmen, als einen technisch wackeligen Port abzuliefern – eine Lektion, die viele Studios in der Switch-2-Ära offenbar verinnerlicht haben, nachdem die erste Switch-Generation reihenweise für ruckelige Kompromiss-Versionen großer AAA-Titel kritisiert wurde.

Inhaltlich bekommen Switch-2-Besitzer ein komplettes Paket: <cite index="2-3">Es umfasst das Basisspiel und die Erweiterung Shadow of the Erdtree, dazu vier neue Rüstungssets, zwei neue Startklassen und mehr.</cite> Besonders bemerkenswert ist, dass der neue Inhalt keineswegs exklusiv für Nintendo bleibt: <cite index="2-6">Der neue Inhalt der Tarnished Edition wird nicht exklusiv für Switch 2 bleiben, denn FromSoftware verkauft das Tarnished Pack am selben Tag auch für PlayStation, Xbox und PC.</cite> Wer Elden Ring bereits besitzt, muss also nicht das komplette Bundle kaufen, sondern kann sich die neuen Extras separat holen. Physisch kommt die Switch-2-Fassung zudem als sogenannte Game-Key Card, also ein Modul mit Downloadcode statt kompletter Spieldaten – ein Format, das mittlerweile bei vielen großen Switch-2-Ports zum Standard geworden ist.

Der eigentliche Knackpunkt liegt aber im größeren Bild: Elden Ring reiht sich in eine wachsende Liste waschechter AAA-Schwergewichte ein, die den Sprung auf Nintendo-Hardware schaffen, obwohl das früher undenkbar schien. Bereits Cyberpunk 2077 hatte mit seiner Switch-2-Portierung vorgemacht, wie weit man technisch kommen kann – laut Kotaku sind rund zehn der etwa 25 Day-One-Titel der Konsole Ports älterer Spiele, die es auf der ursprünglichen Switch nie geschafft hatten, und Cyberpunk 2077 wird von Digital Foundry sogar mit Xbox-Series-S- oder PS4-Fassungen verglichen. Spekulationen über GTA 5 und Red Dead Redemption 2 für Switch 2 halten sich hartnäckig, befeuert durch den Erfolg von Portierungsstudio Virtuos bei L.A. Noire. Elden Ring selbst hat inzwischen die Marke von über 30 Millionen verkauften Exemplaren geknackt und zählt damit zu den erfolgreichsten Spielen der letzten Jahre – ein Titel dieser Größenordnung, der Nintendo-Hardware bislang komplett ausließ, wäre noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. Dass die Switch 2 selbst zum Verkaufsschlager wurde und laut Nintendos jüngstem Finanzbericht bis Ende Juni 2026 bereits 23,68 Millionen Mal verkauft wurde und damit sogar den GameCube überholt hat, macht die Konsole für Publisher schlicht zu attraktiv, um sie zu ignorieren.

Ganz so eindeutig, wie es auf den ersten Blick wirkt, ist der Bruch mit der Exklusivität aber nicht. FromSoftware selbst fährt einen zweigleisigen Kurs: Während Elden Ring nun endlich auf Nintendo-Hardware landet, bleibt der actionlastige Koop-Ableger Elden Ring: Nightreign bislang außen vor – stattdessen bekommt Switch 2 mit The Duskbloods ein komplett eigenes, exklusives FromSoftware-Spiel. Community-Diskussionen etwa auf Reddit und Analysen von Gamerant deuten darauf hin, dass Nintendo möglicherweise kein Interesse daran hat, dass Nightreign dem hauseigenen Duskbloods die Show stiehlt. Hinzu kommt die verzwickte Eigentümerstruktur im Hintergrund: FromSofware-Mutterkonzern Kadokawa hat mit Sony einen strategischen Großaktionär, während gleichzeitig ein aktivistischer Investor namens Oasis Management seinen Anteil zuletzt sogar über den von Sony hinaus ausgebaut hat. Wie sich diese Machtverhältnisse langfristig auf FromSoftwares Plattformstrategie auswirken, ist bislang offen. Auch handfeste Kritikpunkte bleiben: Mehrere Fan-Stimmen, unter anderem bei ScreenRant, bemängeln, dass es bislang keine Bestätigung für Cross-Save-Funktionalität zwischen den Plattformen gibt – wer auf PC oder PlayStation schon Hunderte Stunden investiert hat, dürfte kaum Lust haben, in den Lands Between komplett von vorn zu beginnen.

🗣️ Einschätzung der Redaktion

Aus unserer Sicht ist der Switch-2-Release von Elden Ring weniger ein Nintendo-Triumph als ein Symptom eines viel größeren Branchenwandels: Hybrid-Hardware ist inzwischen leistungsstark genug, dass sich Publisher eine Plattform-Enthaltung schlicht nicht mehr leisten wollen, wenn Millionenumsätze locken. Trotzdem wäre es verfrüht, gleich das Ende der Exklusivität auszurufen, solange Nintendo mit The Duskbloods und der Zurückhaltung bei Nightreign zeigt, dass strategisches Kalkül weiterhin über reine Technik entscheidet. Am Ende profitieren vor allem die Spieler: Egal auf welcher Konsole man unterwegs ist, die Lands Between sind jetzt für praktisch jeden erreichbar – vorausgesetzt, die Performance hält, was die jüngsten Demos versprochen haben.

Zur Originalquelle (GameSpot) →

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