Halo: Campaign Evolved landet holprig: Login-Chaos, Server-Ausfälle und PS5-Ruckler trüben starken Neustart
Eigentlich sollte der 23. Juli ein Freudentag für Halo-Fans werden: Mit "Halo: Campaign Evolved" bekommt der Klassiker von 2001 nicht nur eine komplette Unreal-Engine-5-Frischzellenkur, sondern feiert gleichzeitig seine Premiere auf PlayStation 5. Wer die Premium- oder Collector's Edition vorbestellt hat, durfte schon vorab loslegen, der große Release für alle folgt am 28. Juli. Doch statt eines nahtlosen Erstkontakts mit dem Ring gab es für viele erstmal eine dicke Ladehürde.
Die Community reagierte prompt mit Frust: Auf Steam kippte die Stimmung schnell in Richtung "gemischt", weil zahlreiche Spieler:innen von Login-Fehlern und überlasteten Servern berichteten. In einer besonders bissigen Nutzerbewertung wurde sogar direkt Kritik an der Notwendigkeit geübt, sich überhaupt online einzuloggen, nur um allein die Kampagne zu spielen. Xbox Support musste öffentlich nachbessern und bestätigte über X, dass die Verbindungsprobleme bereits angegangen würden, kurz darauf folgte die Entwarnung, dass auch der ärgerliche Bug, der Premium-Upgrade-Käufer komplett aussperrte, behoben sei. Auf PlayStation kam noch ein zusätzliches Ärgernis obendrauf: Um überhaupt spielen zu können, muss zwingend ein Microsoft-Konto samt Xbox-Gamertag mit dem PSN-Account verknüpft werden – inklusive Online-Zwang selbst für Solo- und Couch-Koop-Sessions.
Trotz des holprigen Starts fällt das Urteil der Fachpresse insgesamt versöhnlich aus: Auf OpenCritic pendelt sich der Schnitt bei rund 82 Punkten ein, knapp 90 Prozent der Tests empfehlen den Kauf, und auf Metacritic liegt der Wert bei 81 – womit das Remake allerdings, historisch betrachtet, den niedrigsten Metacritic-Wert der gesamten Halo-Reihe einfährt, während das Original 2001 noch sagenhafte 97 Punkte einsammelte. Gelobt werden vor allem der satte Soundtrack, die neu eingesprochenen Stimmen und die generelle Liebe zum Detail bei der Neuinterpretation der Original-Kampagne samt drei neuer Prequel-Missionen. Kritisiert wird dagegen unter anderem, dass komplett auf klassischen Mehrspieler-Content verzichtet wurde, dass die PS5-Version teils mit gravierenden Framerate-Einbrüchen kämpft und dass manche neuen Animationen und Assets eher altbacken wirken als die Engine-Power vermuten lässt.
Aus unserer Sicht zeigt dieser Launch exemplarisch, woran große Releases 2026 fast reflexartig kranken: technisch beeindruckende Grundlage, aber am Ende wieder Server-Stress und unnötige Online-Zwänge, die besonders bei einem reinen Singleplayer-Erlebnis wie der Original-Kampagne einfach nicht sein müssen. Dass die Wertungen trotzdem solide ausfallen, spricht für die Substanz des Spiels selbst – aber Microsoft und Halo Studios sollten sich fragen, warum ausgerechnet das Comeback auf PlayStation mit genau den Basics stolpert, die andere Studios längst im Griff haben.
💬 Was denkst du dazu?
Lass uns gerne wissen, was du zu dieser Meldung meinst — sei dabei fair und respektvoll.